Themenschwerpunkt 3

Testen und Prüfen/Diagnostik

Koordination:

Iris Beckmann-Schulz (FaDaF & IQ-Fachstelle): Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Dr. Tanja Fohr (Universität Kassel): Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Prof. Dr. Tanja Rinker (FaDaF & Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt): Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Die Aufgaben des Prüfens und der Bewertung von sprachlichen Kompetenzen zur Einstufung sowie der Diagnose des Sprachstandes zur Förderung sind nicht nur anspruchsvoll, sondern auch voraussetzungs- und verantwortungsvoll. Laufbahnentscheidungen, Zugänge und gesellschaftliche Teilhabe sind mit der Diagnose sowie passenden Förderung zum Erreichen der sprachlichen und damit verbundenen beruflichen, schulischen und privaten Ziele der Teilnehmenden bzw. Schüler*innen und dem Bestehen von Prüfungen verbunden.

Grundlegend für die Konzeption der Prüfungsformate und Tests oder Screenings, der Festlegung der Beurteilungsmaßstäbe sind die institutionellen überregional und regional geltenden Bezugsgrößen der Evaluation: z.B. Beurteilungsskalen des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens (2001) oder die ergänzten Niveaustufenbeschreibungen des Begleitbandes, Companion Volume (2020), aber auch die Bildungsstandards, curricularen Vorgaben der Bundesländer – zudem die Vorgaben und Standards zur Konzeption von Prüfungen (ALTE 2012). In diesem Zusammenhang stellen sich u.a. die Fragen, wie aktuelle und neue Vorgaben, z.B. zu plurilingualen und plurikulturellen Kompetenzen oder zur Mediation, in aktuellen Testkonstrukten für bestimmte Niveaustufen und Ziele abgebildet werden und zudem in schulinternen Prüfungsformaten aufgegriffen werden.

Dabei spielt die Eingangsdiagnostik in das Bildungssystem, Vorbereitung auf die externen Prüfungen, aber auch die Konzeption von kleineren und größeren Lernfortschrittskontrollen, wie Prüfungen zum Abschluss eines Kurses oder einer Lerneinheit, eine wichtige Rolle für die Schüler*innen und die Lehrkräfte. Relevant in diesem Kontext sind insbesondere die Fragen, über welche Kompetenzen DaFZ-Lehrkräfte verfügen sollten, um sowohl zu diagnostizieren, Lernfortschritte festzustellen, als auch zu beurteilen und wie genau Lehrer*innen in unterschiedlichen Kontexten ihre Fähigkeiten bei der Sprachstandsdiagnose und der Konzeption von Prüfungen und Beurteilung von Leistungen anwenden. Wo kann und sollte dementsprechend die Lehrkräfteprofessionalisierung ansetzen, um die zum Prüfen, Diagnostizieren und für die Prüfungsvorbereitung notwendigen Qualifikationen zu vermitteln?

Dieser Themenschwerpunkt möchte sich diesen Fragen widmen und in der breiten Perspektive DaF- und DaZ-Kontexte im Bereich des Prüfens, Diagnostizierens und der (kontinuierlichen) sprachlichen Leistungsmessung erfassen. Weitere Themen sowie Fragen können u.a. sein: 

  • Die Perspektive der Prüfungsteilnehmer*innen, ihre Motivation sowie ihre individuellen sprachlichen, kulturellen und kognitiven Voraussetzungen, sind dabei ein wichtiger Faktor, der bei der Konzeption von High-Stakes-Prüfungen nur eingeschränkt berücksichtigt wird. Inwieweit und wie kann es gelingen, durch eine differenzierte Prüfungsvorbereitung und Rückmeldung zu den individuellen Lernfortschritten auf verschiedenen Ebenen eine Brücke zu geforderten Standards zu schlagen?
  • Die Vorgabe von Standards und die damit verbundenen Kompetenzbeschreibungen sind meist abstrakt und werden erst in Anbindung an konkrete Situationen und Inhalte greifbar. Aufgrund der Anbindung an eine spezifische Zielsetzung, z.B. berufssprachliche Testkonstrukte für den Bereich Medizin im Zusammenhang mit der Berufszulassung, wird die inhaltliche Bandbreite zwar eingegrenzt, aber dennoch variiert das Spektrum der rezeptiven und produktiven sprachlichen Kompetenzen der Teilnehmer*innen je nach Inhalt stark. Hier stellt sich die Frage, inwieweit und wie als Grundlage für die Erstellung von Prüfungsformaten die möglichen repräsentativen Situationen und damit verbundenen Gegenstände analysiert werden, um Rückschlüsse auf den durch die Inhalte bedingten Schwierigkeitsgrad zu ziehen.

Literatur:

ALTE, Association of Language Testers in Europe/Europarat, Abteilung für Sprachenpolitik/telc (2012): Handbuch zur Entwicklung und Durchführung von Sprachtests. [online]. URL: https://rm.coe.int/1680667a28 (Zugriff 3.01.2022)

Burwitz-Melzer, Eva/Mehlhorn, Grit/Riemer, Claudia/Bausch, Karl-Richard & Krumm, Hans-Jürgen (Hrsg.) (2016): Leistungsmessung, Bewertung, Selbstevaluation. In: Burwitz-Melzer, Eva/Mehlhorn, Grit/Riemer, Claudia/Bausch, Karl-Richard & Krumm, Hans-Jürgen (Hrsg.): Handbuch Fremdsprachenunterricht. 6., völlig überarbeitete und erweiterte Auflage. Tübingen: Narr Francke Attempto, 393–434.

Fromme, Linda & Korb, Eva (2018): Aktuelle Tests und Prüfungen Deutsch für den Beruf. Fremdsprache Deutsch 59: 49–53.

Krämer, Sibylle (Hrsg.) (2020): Gemeinsamer europäischer Referenzrahmen für Sprachen: lehren, lernen, beurteilen. Begleitband. Stuttgart: Ernst Klett Sprachen.

Michalak, Magdalena (2015): Von der Sprachstandsdiagnose zur sprachlichen Förderung. In: Michalak, Magdalena & Kuchenreuther, Michaela (Hrsg.): Grundlagen der Sprachdidaktik Deutsch als Zweitsprache, 3. Auflage. Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren, 66–128.

Quetz, Jürgen/Schieß, Raimund & Sköries, Ulrike (2001): Gemeinsamer europäischer Referenzrahmen für Sprachen: lernen, lehren, beurteilen. Wien: Langenscheidt.

 

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