Themenschwerpunkt 4

Kulturelles Lernen im DaF- und DaZ-Unterricht: reflexiv oder normativ orientiert?

Koordination:

Prof. Dr. Sylwia Adamczak (Uniwersytet Adama Mickiewicza Poznań): Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Dr. Sabine Jentges (Radboud Universiteit Nijmegen): Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Dr. Annegret Middeke (FaDaF & Universität Göttingen): Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Dr. Frauke Teepker (Universität Marburg): Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

In der TSP-Arbeit möchten wir den aktuellen Stand der Diskussion zu Landes- und Kulturkunde-Konzepten im DaF/DaZ Unterricht kritisch reflektieren und im Diskurs um die explizit geforderte (etwa in den Orientierungskursen des BAMF) und implizit praktizierte Wertevermittlung verorten. Die Interdependenz von Sprach- und Kulturlernen stellt eine der Grundannahmen des GER (2001: 17) dar („dass sich die Spracherfahrung eines Menschen in seinen kulturellen Kontexten erweitert“) und wird von der DaF/DaZ-Forschung seit mindestens zwei Jahrzehnten deklariert und immer wieder bekräftigt. Länderübergreifend betrachtet ist die Vermittlung der kulturellen Dimension von Sprache jedoch weder fest noch einheitlich in den Rahmencurricula und Lehrplänen verankert. Darüber hinaus koexistieren zahlreiche Kulturbegriffe. Dasselbe gilt für die Definition von Werten. Als prosoziale Orientierung, die die Grundlage des menschlichen Zusammenlebens bildet, sind Werte situativ durch soziale, kulturelle und historische Kontexte bedingt und damit veränderlich und verhandelbar. Entsprechend vielfältig sind die Ansichten darüber, ob, in welchen Unterrichtsformaten und auf welche Weise Wertevermittlung im (landes- und kulturkundlichen) DaF/DaZ-Unterricht erfolgen kann und soll. Das Spektrum reicht von normativer Kultur- und Wertevermittlung bis zu verschiedenen Formen diskursiven, kulturreflexiven Lernens. Fragestellungen und Forschungsergebnisse in diesem Spannungsfeld sind für den TSP besonders interessant, z.B.:

  • zur systematischen (nicht exemplarischen) Analyse der Rahmenbedingungen und Inhalte (z.B. Lehrpläne, Curricula, Lehrwerke) von Landes- und Kulturkunde im DaF/DaZ-Unterricht
  • zur empirischen Erforschung (z.B. Beobachtungen von Unterrichtssettings; Schüler und Lehrerverhalten, -interaktion und -einstellungen [attitudes, beliefs] usw.)
  • zur Theoriebildung und Evaluation theoretischer Konzepte im Bereich Landes- und Kulturkunde sowie der Wertevermittlung
  • zu evaluierten Ansätzen zur Umsetzung von Landes- und Kulturkunde-Konzepten in der Praxis bzw. aus der Praxis
  • zu konzeptionellen und/oder evaluierten Konsequenzen für die Aus- und Fortbildung von Lehrkräften.

Wir freuen uns über Ihre Vortragsabstracts (ca. 20 Zeilen Länge), die Sie ab dem 05.09.2019 bis zum 31.12.2019 ausschließlich über das Online-Formular einreichen können (ca. 30 Minuten Vortrag und ca. 30 Min. Diskussionszeit). Abstracts, die direkt an die Koordinatorinnen des Themenschwerpunkts gehen, werden NICHT berücksichtigt! Die Koordinatorinnen stehen aber natürlich gern für Rückfragen zur Verfügung.