Themenschwerpunkt 1

Lernersprachenanalyse. Von der Beschreibung lernersprachlicher Merkmale zur Optimierung gesteuerter Erwerbsprozesse

Koordination:

Prof. Dr. Karin Aguado (Universität Kassel): Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Olga Czyzak (Universität Reitaku): Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Jana Hensch (Universität Marburg): Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Prof. Dr. Kathrin Siebold (Universität Marburg): Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Coretta Storz (FaDaF & TU Chemnitz): Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Die Analyse von Lernersprachen stellt seit der von Selinker 1972 aufgestellten Interlanguage-Hypothese ein traditionelles Forschungsfeld in der Sprachlehr- und lernforschung dar. Gezielte Untersuchungen lernersprachlicher Produktionen ermöglichen vertiefte Einblicke in gesteuerte und ungesteuerte Spracherwerbsprozesse und die damit zusammenhängende Entwicklung fremdsprachlicher Kompetenz und Performanz. Dabei stellen innere und äußere Einflüsse auf den Aneignungsprozess einen zentralen Forschungsgegenstand dar, der auf unterschiedlichen Analyseebenen (wie z.B. psycho-, neuro-, pragmalinguistisch, phonetisch, morphosyntaktisch, lexikalisch) untersucht wird. Aus fremdsprachen-didaktischer Sicht interessiert über die Beschreibung lernersprachlicher Charakteristika hinaus die Frage nach Möglichkeiten und Grenzen, lernersprachliche Entwicklungsprozesse unterrichtlich zu optimieren.

Im Rahmen dieses breitgefächerten Spektrums der Lernersprachenanalyse laden wir herzlich zur Einreichung von Beiträgen ein, die den skizzierten Gegenstandsbereich hinsichtlich des Deutschen als Lernersprache weiter erschließen und insbesondere auf folgende Forschungsfragen eingehen:

  • Welche Besonderheiten kennzeichnen das Deutsche als Lernersprache, z.B. hinsichtlich schwer erlernbarer Phänomene oder unterschiedlicher inter- und intralingualer Transferprozesse?
  • Wie bedingen innere und äußere Einflussfaktoren wie Kommunikationskontexte (gesteuert/ungesteuert, Zweitsprache/Fremdsprache, schriftlich/mündlich), Alter, Sprachlerneignung, Selbststeuerung und Sprach(lern)bewusstsein den lernersprachlichen Entwicklungsprozess?
  • In welchem Verhältnis stehen lernersprachliche Erwerbsfolgen und Kompetenzen auf verschiedenen Ebenen des sprachlichen Aneignungsprozesses (z.B. Grammatikerwerb, Flüssigkeit, Komplexität, Angemessenheit, Handlungsflexibilität) zueinander? Welche kommunikativen Zwecke können Lernende in verschiedenen Stadien lernersprachlicher Entwicklung im Unterricht und in außerschulischen Handlungskontexten erfüllen?
  • Welche Rolle spielen Lernersprachen im Zusammenhang mit didaktischen und methodischen Überlegungen? Wie können Befunde aus der Lernersprachenanalyse für den Fremdsprachenunterricht nutzbar gemacht werden?
  • Welche methodischen Verfahren der Erhebung, Aufbereitung und Auswertung lernersprachlicher Daten bieten sich für welche Forschungsfragen und Zielgruppen an? Wie kann die Effizienz spezieller Vermittlungsmethoden gemessen werden?
  • Welche Wirkung haben lernersprachliche Phänomene (z.B. phonetische Abweichungen oder grammatische Fehler) auf die Wahrnehmung und Beurteilung der Lernenden durch kompetente SprecherInnen der Zielsprache?

Wir freuen uns über Ihre Vortragsabstracts (ca. 20 Zeilen Länge), die Sie ab dem 05.09.2019 bis zum 31.12.2019 ausschließlich über das Online-Formular einreichen können (ca. 30 Minuten Vortrag und ca. 30 Min. Diskussionszeit). Abstracts, die direkt an die Koordinatorinnen des Themenschwerpunkts gehen, werden NICHT berücksichtigt! Die Koordinatorinnen stehen aber natürlich gern für Rückfragen zur Verfügung.